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General a.D. Hans Heinrich Dieter

Die Amerikaner haben Deutschland nach der Vereinigung zweimal „Partnership in Leadership“ angeboten, vergeblich, denn die Bundesrepublik gab sich mit der gewohnten, bequemen und preiswerten sicherheitspolitischen Trittbrettfahrerei zufrieden. Deutschland war bis zur Vereinigung der so ungleichen deutschen Staaten ein nichtsouveräner, abhängiger sicherheitspolitischer Zwerg und ist nach Erlangen der vollen Souveränität und trotz seiner Stellung als wirtschaftlich sehr leistungsstarke europäische Mittelmacht ein sicherheitspolitischer Zwerg geblieben. Da interessieren die Ursachen!

Im Kalten Krieg mit eingeschränkter Souveränität hat Deutschland keine eigene Außen– und Sicherheitspolitik gemacht. Wir waren als möglicher Frontstaat braves Mitglied der NATO mit einem nicht unerheblichen Beitrag für die gemeinsame Fähigkeit zur Landes- und Bündnisverteidigung, aber ohne sicherheitspolitisches Zielsystem und ohne eigene strategische Vorstellungen. Nach Erlangen der Souveränität haben wir es versäumt, eigene essentielle staatliche Ziele in der Außen- und Sicherheitspolitik zu entscheiden – aus Angst vor der mehrheitlich gefühlspazifistischen sowie gesinnungsethisch eingestellten Gesellschaft und aus Angst vor der Gefahr, an solchen Zielen gemessen zu werden – und deswegen haben wir versucht, durch geschmeidiges Mitmachen ein „netter Musterschüler“ zu sein. Dann sahen wir uns ausschließlich von Freunden umgeben und haben die Streitkräfte in den letzten gut 25 Jahren ständig unterfinanziert und zu einem „Sanierungsfall“ kaputtgespart. Heute sind unsere Streitkräfte für die Landes- und Bündnisverteidigung im Rahmen der NATO nur sehr eingeschränkt einsatzfähig und können derzeit unsere Bündnisverpflichtung gemäß Art 5 NATO-Vertrag nur minimal erfüllen.

Bei Auslandseinsätzen hat Deutschland es möglichst immer vermieden, Waffen einsetzen zu müssen. Deutschland bietet vorwiegend Ausbildungsaktivitäten, Logistik, Sanitätsdienst, Pionierdienst oder Lufttransport und manchmal auch Aufklärung an, um - wie beim Kampf gegen den IS - nicht mit Waffengewalt eingesetzt zu werden. Und derzeit ist die Bundeswehr mit den laufenden Auslandseinsätzen aufgrund von Personalmangel und Ausrüstungsmängeln sowie unzureichenden Klarständen von Hauptwaffensystemen überfordert.

Und wenn wir über die realen Herausforderungen zur Unterstützung eines internationalen Kampfes gegen die Terrormiliz „IS“ intensiver nachdenken, dann müssen wir uns eingestehen, dass wir nahezu nichts anzubieten haben, was sich schnell auswirken kann. Wir haben keine Flugzeugträger, die man vorbeugend stationieren kann, um bei Bedarf schnell Luftstreitkräfte zur Wirkung zu bringen. Wir verfügen nur über veraltete Aufklärungssysteme und wir haben keine Drohnen, die schnell, wirkungsvoll und personalsparend eingesetzt werden können. Darüber hinaus ist unsere Munitionsbevorratung für die Hauptwaffensysteme unzureichend. In Deutschland denken wir außen- und sicherheitspolitisch auch noch nicht verantwortungsbewusst in internationalen Krisenszenarios. Wir predigen lieber Moral und vergessen, dass man zur Durchsetzung moralischer Werte auch Macht braucht. Wir denken nicht wirklich strategisch, unter Einschluss erforderlichen Einsatzes militärischer Mittel, und deswegen haben wir auch nicht verantwortungsvoll in unsere Verteidigungsfähigkeit im Rahmen der NATO investiert. Unsere real betriebene Politik macht sehr deutlich, dass Deutschland seine staatliche Hauptaufgabe, das Leben seiner Bürger nach innen und außen zu schützen und innere und äußere Sicherheit in Freiheit dauerhaft zu gewährleisten, derzeit nur sehr unzureichend wahrnehmen kann. Wir haben uns selbst zu einem sicherheitspolitischen Zwerg gemacht, der auf Dauer von unseren Partnern nicht ernst genommen werden kann!

Deutschland hat als wirtschaftlich sehr leistungsstarke europäische Mittelmacht, wichtiger EU-Partner und als NATO-Mitglied im Zusammenhang mit der kriselnden EU und den inzwischen international unzuverlässigen USA - und nicht zuletzt als neu gewähltes nichtständiges Mitglied im Weltsicherheitsrat - auf internationalem Parkett einen Bedeutungszuwachs erfahren. Die damit verbundene, auch sicherheitspolitische Erwartungshaltung wird – aus deutscher Sicht geradezu beängstigend – groß sein. Deutschland wird immer wieder an diesen Erwartungen gemessen werden und darf nicht auf Dauer als zu leicht befunden werden. Deutschland muss sicherheitspolitische Fähigkeit möglichst schnell wiederaufbauen und Vertrauen zurückgewinnen! Dazu muss Deutschland Führungswillen zeigen, der durch verfügbare politische Machtmittel glaubhaft wird. Das wird erhebliche Investitionen in die Sicherheitspolitik erfordern.

Deutschland muss dazu seine Sicherheitspolitik, abgestimmt mit der NATO und der EU, neu ausrichten. Dazu muss die Bundesrepublik eigene essentielle staatliche Ziele in der Außen- und Sicherheitspolitik definieren, gesamtgesellschaftlich diskutieren und entscheiden. Wir müssen endlich zu einer vernetzten Sicherheitspolitik finden, die federführend vom Kanzleramt oder vom Außenministerium koordiniert wird. Wir brauchen in Zukunft kein Weißbuch der Bundeswehr, das vom Kabinett lediglich zur Kenntnis genommen wird, sondern wir brauchen ein sicherheitspolitisches Weißbuch der Bundesrepublik Deutschland, das mittelfristige internationale Krisenanalysen bietet und für geopolitisch und strategisch orientierte Krisenszenarien strategische Lösungsmöglichkeiten aufzeigt. Aus diesen strategischen Erfordernissen müssen politische Handlungsmaxime und notwendige militärische Fähigkeiten zur Krisenprävention, zur Abschreckung und zur Krisenbewältigung abgeleitet werden. Damit hätten wir eine nachvollziehbare Grundlage für die Planung mittel- und langfristiger Investitionen in unsere sicherheitspolitischen Machtmittel.

Am Ende dieser umfangreichen Arbeiten und intensiven sowie öffentlichen sicherheitspolitischen Diskussionen wird auch der politisch interessierte Bürger erkennen, dass wir in den Jahren nach der Vereinigung viel zu wenig in unsere Sicherheit investiert haben, und dass es bei den jetzt erforderlich werdenden Investitionen nicht um „Aufrüstung“ geht, sondern um den Wiederaufbau notwendiger sicherheitspolitischer Fähigkeiten. So kann aus dem sicherheitspolitischen Zwerg Deutschland wieder ein vertrauenswürdiger und verlässlicher sicherheitspolitischer Partner in der NATO und in der EU werden, der seine staatliche Hauptaufgabe, das Leben seiner Bürger nach innen und außen zu schützen sowie auch äußere Sicherheit seiner NATO- und EU-Partner dauerhaft zu gewährleisten, verantwortungsbewusst wahrnimmt.

Der Personalwerbetrupp stellt vor

Das Kommando Spezialkräfte - kurz KSK - ist im

baden-württembergischen Calw, ca. 30 km südwestlich

von Stuttgart, stationiert. Das KSK wurde 1996 zur

weltweiten Durchführung von Spezialeinsätzen

aufgestellt.

Es gliedert sich in den Stab, die Einsatzkräfte, die

Unterstützungskräfte, den Bereich Ausbildung und den

Bereich Weiterentwicklung. Die Einsatzkräfte sind das

Herzstück des KSK, sie gliedern sich in 4 Kommandokompanien,

eine Spezialkommandokompanie und eine

Spezialaufklärungskompanie. Zu den Aufgaben der

Spezialkommandokompanie gehören u.a. die

Luftunterstützung sowie die Kampfmittelräumung. Die

Spezialaufklärungskompanie wird u.a. zur optronischen

Spezialaufklärung und zur Spezialzielaufklärung

eingesetzt.

Jeder Kommandotrupp besteht aus vier

Kommandofeldwebeln. Jeder hat eine von vier

besonderen Fertigkeiten als Waffen- u. Taktikspezialist,

Spezialist für Pionierwesen, Sanitätsspezialist oder

Spezialist für Fernmelde- und Informationstechnik. Ihre

Aufträge führen sie stets gemeinsam durch –

im TEAM.

Zu den besonderen Aufgaben gehören u.a.:

• Retten und Befreien aus Geiselsituationen

und Gefangenschaft

• Festsetzen von Zielpersonen

• Schutz von Personen und Einrichtungen in

besonderen Situationen

• Gewinnen von Schlüsselinformationen in

Krisen- und Konfliktgebieten

• Kampfeinsätze gegen Ziele mit hoher Bedeutung

• Abwehr von terroristischer Bedrohung

• Zusammenarbeit und Ausbildungsunterstützung in

Aufnahmestaaten

• körperlich leistungsfähig

• teamfähig

• lernwillig

• psychisch belastbar und willensstark

• stressstabil

• verantwortungsbewusst und verschwiegen

Allgemein:

• deutsche Staatsangehörigkeit

• keine Vorstrafen

• charakterlich, körperlich und geistig geeignet

• fallschirmsprungtauglich und fallschirmsprungwillig

• uneingeschränkt außendienstfähig

• Soldat der Bundeswehr in einem aktiven

Dienstverhältnis

Offiziere, Unteroffiziere m.P und Unteroffiziere o.P.:

• Für Offiziere, Unteroffiziere m.P., Unteroffiziere o.P. und

Mannschaften gibt es keine Altersobergrenze für die

Bewerbung.

Zivile Bewerber und Mannschaften:

• Mindestens Realschulabschluss bzw. gleichwertiger

Bildungsstand

oder

• Hauptschulabschluss und abgeschlossene

Berufsausbildung

• Mannschaftssoldaten müssen eine Dienstzeit

von mindestens 3 Jahren nachweisen.

Wir bieten

• eine der interessantesten, vielseitigsten und

professionellsten Ausbildungen, die die Bundeswehr

zu bieten hat

• Zusammenarbeit mit international bekannten

Spezialeinheiten und Polizeikräften

• modernste Ausbildungseinrichtungen

• Ausbildungs- und Übungsphasen im Ausland

• Professionalität auf hohem internationalen Niveau

• moderne Bewaffnung und Ausrüstung

• verkürzte Beförderungszeiten

• Kommandozulage

• Prämiensystem

 

Eignungsfeststellungsverfahren Teil I (1 Woche)

• Computer Assisted Testing (CAT) und

psychologische Auswahltests

• Überprüfen der körperlichen Leistungsfähigkeit

- Physical Fitness Test (min. 3 Punkte pro

Einzeldisziplin, min. 20 Punkte gesamt)

- min. 5 Klimmzüge im Ristgriff

- 500 m Schwimmen in max. 15 min

- Überwinden der Hindernisbahn (Feldanzug, Helm) in

max. 1:40 min

- Fallschirmsprungturm

- 7 km Geländelauf im Feldanzug mit 20 kg Gepäck

10-wöchiges Vorbereitungsprogramm zur Vorbereitung

auf den zweiten Teil

Eignungsfeststellungsverfahren Teil II (8 Tage)

• 7 km Geländelauf im Feldanzug mit 20 kg Gepäck in

max. 52:00 min

• Überleben und Durchschlagen unter extremen

Belastungen (1 Woche)

Überlebenslehrgänge (3 Wochen)

• davor Kommandogrundlagenausbildung (8 Wochen)

Nach erfolgreichem Bestehen des gesamten

Eignungsfeststellungsverfahren erfolgt die Versetzung

zum KSK

Für zivile Bewerber:

• Teilnahme am Auswahlverfahren für die

Feldwebellaufbahn beim zuständigen Karrierecenter

der Bundeswehr

• Einstellung als Kommandofeldwebelanwärter am

„Ausbildungszentrum spezielle Operationen“ in

Pfullendorf. (01.01., 01.04., 01.07. und 01.10. jeden

Jahres) 36-monatige Ausbildung zum

Kommandofeldwebelanwärter /

Fallschirmjägerfeldwebelanwärter

• Anschließend: Teilnahme am

Eignungsfeststellungsverfahren KSK

• Nach Bestehen: Versetzung ins KSK und Beginn der

Kommandoausbildung

• Bei Nichtbestehen:

Einsatz als Infanteriefeldwebel im Heer

Basisausbildung: 2 Jahre

Ausbildung in Kommandokampf und Kommandokampftaktik

Fallschirmspringen, Nahkampf, Reaktionsschießen,

Sprengen, Ausbildung an ATV´s, Sturmbooten,

Motorschlitten etc.

Spezielle Sanitätsausbildung

Überleben in extremen Klimazonen

Spezialisierung bis zu 1 Jahr

Spezialisierung auf eine Verbringungsart in einem

unserer Spezialzüge (Land, Luft, Wasser, Hochgebirge)

individuelle Spezialisierung als:

Waffen-, Pionier-, Fernmelde- oder Sanitätsspezialist

Offiziere, Unteroffiziere m.P., Unteroffiziere o.P. und

Mannschaften:

• Bewerbungsbogen beim KSK anfordern oder

Mustervordruck aus GAIP 34-06-00

• Eine Ausfertigung über den nächsten Disziplinarvorgesetzten

an Ihre personalbearbeitende Stelle,

zweite Ausfertigung an das KSK - Leiter

Personalwerbung.

• Für Uffz o.P. und Mannschaften erfolgt die

Basisausbildung erst nach Abschluss der

Laufbahnausbildung zum FwSpezOp

Zivile Bewerber:

• Zivile Interessenten bewerben sich über Ihren

zuständigen Karriereberater

Persönliche Beratung

Kommando Spezialkräfte

Leiter Personalwerbung

Graf-Zeppelin-Kaserne

75365 Calw

Tel.: 07051/ 791 - 2160 o. 2168

FspNBw: 5220

Email: PWTCalw@bundeswehr.org

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