Dem KSK zum Zwanzigsten

Jubiläen und nochmals Jubiläen. Letztes Jahr 60 Jahre Bundeswehr, dieses Jahr 60 Jahre Bundeswehrverband und, ja, am 20. September 2016 nun auch 20 Jahre KSK. Für die Angehörigen des Verbandes ein schönes, für die Bundeswehr und darüber hinaus auch unser Land ein wichtiges Jubiläum.

Ein Drittel des Geschichtsbuchs unserer Bundeswehr enthält also bereits das nicht unwesentliche Kapitel „Kommando Spezialkräfte“. Wäre es nicht weitgehend geheim, wäre es ein „starkes“ Kapitel, eine Auflistung wichtiger Operationen, ein Musterbeispiel für Einsatzbereitschaft, Entschlossenheit und Kampfkraft. Leistungen, die Männer und Frauen erbringen, ohne dass dies angemessen im Detail gewürdigt werden kann, jedenfalls nicht öffentlich.

Ab und zu blitzt auch in den Medien ein wenig von all dem auf, was das Besondere am KSK und denen, die dort dienen, ausmacht. Wenn etwa berichtet wird, welche Entbehrungen die Bewerber um die Aufnahme in diese besondere Truppe bereits vor der Auswahlentscheidung etwa in der „Höllenwoche“ überstehen müssen, welche nahezu übermenschlichen physischen und psychischen Belastungen sie ertragen, welche Selbstüberwindung sie aufbringen und dennoch auch im Zustand größter körperlicher Erschöpfung Kreativität und Reaktionsfähigkeit beweisen müssen, um sozusagen das Tor nach Calw zu öffnen.

Aber das ist ja nur der Auftakt zur harten Ausbildung zum Kommandosoldaten. Und diese ist nur ein Vorgeschmack auf die folgende Verwendung in den schwierigsten und herausforderndsten Einsätzen, die die Bundeswehr ihren Soldaten auftragen muss. Die Kameradinnen und Kameraden tun dies mit Präzision und Wirkung. Sie verdienten eigentlich den „großen Bahnhof“, nicht nur den in Calw zum Üben, sondern im übertragenen Sinne. Und dennoch: das KSK ist eine Truppe, die mit ihren Leistungen nicht in die Öffentlichkeit gehen kann und aus ihrem Selbstverständnis heraus dies auch gar nicht will.

Das gilt auch für diejenigen, die den Kommandosoldaten die notwendige Unterstützung geben, sei es in den unterstützenden Bereichen des KSK, sei es als zugeordnete Kräfte aus anderen Bereichen der Bundeswehr, sei es als Angehörige zuhause. Auch sie, die Partnerinnen und Partner und vor allem die Kinder, dürfen nicht vergessen werden. Denn auch sie müssen Beschränkungen und große Entbehrungen hinnehmen.

„Unser“ KSK kann sich sehen lassen. Es hält, wie mir stets von den Führern der Spezialkräfte unserer Verbündeten bestätigt wurde, jedem Vergleich stand. Ich hoffe, bald auch durchgängig bei der Ausrüstung, dort, wo es noch hapert. Und dass sich häufiger Rotoren drehen über Calw und endlich ein angemessenes Raumangebot geschaffen wird, um nur einige Beispiele zu nennen. Der 25. Jahrestag 2021 wäre doch eine gute Zielmarke, um eine Rundum-Vollausstattung zu erreichen, personell wie materiell.

Gewiss: auch in den anderen Bereichen der Bundeswehr gibt es herausragende Menschen mit den besten soldatischen Tugenden, was sich schon darin zeigt, dass das KSK seinen Nachwuchs ja aus der Truppe heraus gewinnt. Diese sollen nicht vergessen werden. Aber die Summierung von Fähigkeiten und Tugenden, die ein Kommandosoldat zeigen und einsetzen muss, die ragt schon deutlich hervor. Ich habe das, was die Kameradinnen und Kameraden weltweit unter härtesten klimatischen Bedingungen und in schwierigstem Terrain im Training zeigen und vielfach im Einsatz umsetzen müssen, stets bewundert. Dafür gebührt Ihnen Dank und Anerkennung. Unser Land kann stolz auf sie sein.

Hellmut Königshaus

Das Kommando Spezialkräfte

Das KSK 1996–2016

Das KSK hat sich in den vergangenen 20 Jahren zu einem hochflexiblen und wirkungsvollen Einsatzelement der Streitkräfte entwickelt, das sich auch im internationalen Bereich mit den großen Special-Operations-Forces-Nationen messen kann. Es ist in vielen Bereichen ein Motor für Weiterentwicklung und Innovation und trägt damit vor allem im Rahmen der nationalen Krisenvorsorge, aber auch in internationalen Einsätzen Verantwortung. Das KSK ist damit ein fester, etablierter Bestandteil im Fähigkeits-Spektrum der Streitkräfte geworden. Dies ist der Verdienst hunderter hochmotivierter Soldaten, die in diesem Verband dienten und dienen. Eine solche Entwicklung war vor 20 Jahren in dieser Form nicht unbedingt zu erwarten. Hier sind die mit der Aufstellung des KSK verknüpften Hoffnungen sicher erfüllt und die Erwartungen noch übertroffen worden.

Hostage Rescue Operations

Der Schutz und die Sicherheit deutscher Staatsangehöriger im Ausland sind ein wesentlicher Bestandteil der nationalen Krisen- und Risikovorsorge. Um dies jederzeit gewährleisten zu können, benötigt die Bundeswehr besonders befähigte Einheiten, die schnell und effizient eingreifen können. Die Notwendigkeit für das Bereithalten solcher Fähigkeiten ist größer denn je: Wohl selten war das Risiko für Deutsche so hoch, im Ausland Opfer einer Entführung zu werden. Vor allem in Krisengebieten wie dem Nahen Osten, Afghanistan oder Afrika gelten westliche Ausländer bei Extremisten als beliebtes Faustpfand, um hohe Lösegelder zu erpressen oder politischen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

Das KSK stellt genau diese Fähigkeiten bereit. Es kommt in Kriegs- oder Krisengebieten überall dort zum Einsatz, wo konventionelle militärische Einheiten nicht mehr oder noch nicht eingesetzt werden können. Schnelligkeit und das Überraschungsmoment sind dabei die Hauptverbündeten der in kleinen Verbänden operierenden Spezialisten, deren Einsätze in der heißen Phase oft nur wenige Minuten dauern.

„Hostage Rescue Operations“ werden grundsätzlich ressortgemeinsam vorbereitet, in nationaler Verantwortung durchgeführt und lageabhängig multinational koordiniert. Sie erfordern besondere Geheimhaltung und schließen bereits im Vorfeld die Krisenvorsorgeberatung der deutschen Auslandsvertretungen mit ein. Die Bereitstellung der erforderlichen Fähigkeiten für Hostage Rescue Operations in höchster Verfügungsbereitschaft ist eine strukturbegründende Dauereinsatzaufgabe für das KSK. Sie wird stets unter Abstützung auf weitere Fähigkeiten im bundeswehrgemeinsamen Einsatzverbund wahrgenommen.

Internationale Zusammenarbeit

Das KSK arbeitet sehr eng mit Spezialkräften anderer Nationen, insbesondere mit den Bündnispartnern der Nato, zusammen. Die Verbindungen zur weltweiten Special-Operations-Forces-Community sind gut, und so können Ausbildungseinrichtungen unterschiedlichster Ausrichtung sowie Trainingsmöglichkeiten in allen Klimazonen der Erde genutzt werden – genauso wie eigene Ausbildungseinrichtungen des KSK von Spezialkräften anderer Nationen für ihr Training genutzt werden. Die Schwerpunkte der internationalen Zusammenarbeit sind: Der Austausch von Einsatzerfahrungen, das Vereinheitlichen von Verfahren zur Erarbeitung internationaler Standards sowie der Austausch von Überlegungen zur zukünftigen und innovativen Ausrichtung der Spezialkräfte – einschließlich notwendiger technologischer Neu- und Fortentwicklungen.

Autor: Jan Weber

änläßlich unseres 20 jährigen Jubiläums

Die Gemeinschaft Deutscher Kommandosoldaten wollte für ihre Mitglieder zum 20-jährigen Jubiläum des KSK eine besondere Uhr in limitierter Auflage herstellen lassen. Die Uhr sollte einen hohen Wiedererkennungswert haben und sich durch ihr Design von anderen Uhren abheben. Besonderes Augenmerk wurde auf die Alltagstauglichkeit im militärischen Dienst im KSK gelegt. Dazu wurde robustes und unempfindliches Gehäusematerial gewählt, die Wasserdichte mit 20 bar entsprechend hoch angesetzt und kratzfestes sowie entspiegeltes Saphirglas geplant. Um den weltweiten Einsätzen Rechnung zu tragen, muss die Uhr eine zweite Zeitzone anzeigen können. Der Glasboden, das besondere Zifferblatt sowie die unkonventionelle Drehringlünette runden diese Uhr ab. Als Gemeinschaft Deutscher Kommandosoldaten schätzen wir heimatliches Handwerk ganz besonders. Aus diesem Grund wollten wir unbedingt, dass die Uhr in einer deutschen Uhrenmanufaktur hergestellt wird. Unsere Wahl fiel nach langem Suchen auf die Traditionsfirma Sinn Spezialuhren Frankfurt am Main. Zu unserer Entscheidung beigetragen hat vor allem die Erfahrung dieses Unternehmens in der Herstellung hochwertiger Einsatzzeitmesser für andere Spezialeinheiten.