Gedenklauf für unseren gefallenen Kameraden

 

A-F`10 am 25. Juni 2017 im Pfälzerwald

Beim "A-F`10" (Engl. gesprochen AF-ten) reicht es nicht, wenn Ihr Ausdauer habt, es muss auch mehr vorhanden sein, als Kraft in den Oberschenkeln. Bei dieser Sportveranstaltung müsst Ihr physisch und psychisch belastbar sein und Ihr müsst den Willen haben, Euch mit einem 16kg/20kg Rucksack, über 16km/8km mit einigen Höhenmetern und Steigungen von bis zu 12% zu quälen. Es wird aber auch ein eindrucksvolles Erlebnis werden. Denn die Laufstrecke führt Euch im nördlichen Ende des Pfälzerwaldes auf Wald-, Wiesen und Feldwegen entlang. Ergänzt wird der Untergrund durch einige Asphaltpassagen.

Gestartet wird auf dem Freizeitgelände des Eisenberger Ortsteils Steinborn, welcher ca. 30km nord-ostwärts von Kaiserslautern liegt.

Fakten zum Lauf:

# Wo: 67304 Steinborn (Rheinland-Pfalz), Ostring 2

# Startberechtigung: Startberechtigt sind Läufer ab 18 Jahre mit Anerkennung der Haftungsausschlusserklärung.

# Ausrüstung: Jeder Teilnehmer muss einen eigenen Rucksack mitbringen, der stabil genug ist, das Mindestgewicht von 16kg/20kg über die 16km/8km zu tragen. Der Rucksack wird kurz vor dem Start und direkt nach der Zielankunft durch unser Funktionspersonal gewogen. Es wird empfohlen, einen Rucksack mit gepolsterten Schulter- und Hüftgurten zu verwenden. Zudem sorgt ein Brustgurt für zusätzlichen Halt.

# Klassen: # Frauen/Männer (ab Jahrgang 1999) laufen zwei Runden a`8km mit 16kg für den Standardlauf und eine Runde a`8km mit 20kg für den Speziallauf, der gleichzeitig als Gedenklauf für den am 04.Mai 2013 in Afghanistan gefallenen HFw Daniel Wirth gelten soll.

# Die Laufbekleidung beim Standardlauf ist frei wählbar.

# Anders beim Speziallauf. Hier muss der Teilnehmer in langer Outdoorhose, knöchelhohen Stiefeln und mit einem 20 kg Rucksack eine Runde a`8 km absolvieren und unterwegs zusätzlich über eine Distanz von gut einem Kilometer 20 zusätzliche Kilogramm in Form eines Holzstammes auf den Schultern transportieren. Zuvor warten noch 20 Liegestütze auf die Sportler.

Infos: https://www.facebook.com/AirborneFit10/

Anmeldung: https://www.laufmanager.net/Anmeldung/Start.php?ID=Jahr2017/Rucksacklauf

Jan-Phillipp Weisswange

Schnell, stark und simpel

Fahrzeuge für Spezialkräfte

Jan-Phillipp Weisswange

 

Besondere Aufträge erfordern besondere Mobilität. Special Operation Forces (SOF)-Fahrzeuge steigern nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch Einsatzwert und Kampfkraft von Spezialkräften.

Militärische Spezialkräfte – Special Operations Forces (SOF) – sind ein operatives bzw. strategisches Hochwertinstrument. Sie erfüllen unterschiedlichste Aufträge. Zu ihren Kernaufgaben gehören unter anderem:

• Direct Action (DA; Kampfeinsätze gegen Ziele strategischer und/oder operativer Bedeutung);

• Special Reconnaissance (SR; Spezialaufklärung = Gewinnen von Schlüsselinformationen für die strategische und operative Führungsebene);

• Hostage Rescue & Recovery (Retten und Befreien von Personen aus Gefangenschaft, Geiselnahme oder terroristischer Bedrohung);

• Counterterrorism (CT; offensive Maßnahmen zur Abwehr terroristischer Bedrohung und Kampf gegen subversive Kräfte);

• Military Assistance (MA, Zusammenarbeit und Ausbildungsunterstützung bei Sicherheitskräften in Partnerstaaten);

• Unconventional Warfare (UW; unkonventionelle Kriegführung);

• Covert Operations (verdeckte Operationen im Aufgabenspektrum der Streitkräfte).

Die Einsatzaufgaben sind weltweit und in allen Klimazonen zu erfüllen – oftmals in schwer zugänglichem und/oder vom Gegner kontrollierten Gebiet bzw. in feindlicher Umgebung. Wesentliche Erfolgsfaktoren für Spezialkräfteeinsätze sind Geheimhaltung, gute Aufklärung und Einsatzplanung sowie Entschlossenheit, Schnelligkeit und Präzision.

Aus dem umfangreichen Aufgabenspektrum und den operativen Rahmenbedingungen folgt, dass speziell ausgestattete SOF-Fahrzeuge die Kampfkraft der Spezialkräfte erheblich steigern können. Sie dienen vornehmlich zur Aufklärung, Verbindung, Verbringung, zur Versorgung, zum Verwundetentransport und auch zum Kampf.

 

Anforderungen an SOF-Fahrzeuge: Die „fünf L“

Aus Einsatzaufgaben und Rahmenbedingungen ergeben sich zudem die grundsätzlichen Anforderungen an SOF-Fahrzeuge. Sie lassen sich auf den gemeinsamen Nenner „schnell, stark und simpel“ bringen. Als wesentliche Kriterien gelten dabei: leicht, luftverladbar, leistungsfähig, letal und lapidar:

Leicht und luftverladbar: Die Forderung nach geringem Gewicht ergibt sich vor allem aus der Luftverladbarkeit, die sich wiederum aus dem Kriterium der Geheimhaltung ableitet. Oftmals lässt sich der Einsatzraum für Spezialkräfte nur im Hubschraubertransport einigermaßen unerkannt erreichen. Das Verbringen eines markanten Fahrzeugs als Außenlast kann ggf. schon deutliche operative Nachteile aufweisen – jedenfalls bei der Infiltration. Leichtes Gewicht bedeutet zugleich gewisse Abstriche beim ballistischen, IED- und Minenschutz. Modular zurüstbare Schutzaufbauten erscheinen dennoch wünschenswert.

Leistungsfähig: Hohe Geschwindigkeit, Geländegängigkeit und Reichweite sind im Hinblick auf Mobilität und Durchhaltefähigkeit unabdingbar. Die oftmals umfangreiche Bewaffnung, persönliche Ausrüstung, Aufklärungs- und Funkausstattung sowie Energieversorgung erfordern weiterhin hohe Nutzlastkapazität.

Letal: Wirkung geht vor Deckung! Hohe Feuerkraft hilft dabei, auch gegen zahlenmäßig überlegene Gegner Feuerüberlegenheit zu erlangen. Ein breiter Waffenmix vom leichten MG über mittleres MG mit hoher Kadenz (in der Bundeswehr ist die Dillon M134 Gatlingwaffe als MG6 projektiert), Granatmaschinenwaffe und schultergestützte Mehrzweckwaffe bis hin zum Lenkflugkörper muss sich oftmals direkt vom Fahrzeug aus einsetzen lassen können.

Lapidar: Im Krieg hat nur das Einfache Erfolg! Gerade für Spezialkräfte gilt daher: Keep it simple and safe (KISS)! Commercial off the Shelf (COTS)-Komponenten bieten den Vorteil, dass sich die Einsatzlogistik oft auf ein weltweites kommerzielles Händlernetz abstützen kann. Dennoch erscheinen komplexe, nur durch Servicewerkstätten zu wartende Technologien eher hinderlich. Auch müssen die Motoren operationsgebietsüblichen Fusel vertragen können. SOF-Fahrzeuge sollten sich mit einfachen Mitteln im Felde so instandsetzen lassen, dass der Auftrag weiter fortgesetzt oder zumindest ein Aufnahmepunkt schnell und sicher erreicht werden kann. Sollten die Fahrzeuge zurückgelassen werden müssen, sollte dem Gegner keine Hochtechnologie in die Hände fallen.

Aufgrund der Geheimhaltung erscheint es je nach Operationsgebiet zweckmäßig, ortsübliche oder die bei der „Linie“ vorhandenen Geschützte Führungs- und Funktionsfahrzeuge zu nutzen – was auch geschieht. Diese Plattformen werden hier nicht weiter betrachtet, selbst wenn es davon SOF-Varianten gibt (z. B. das Oshkosh M-ATV). Gleiches gilt für handelsübliche Fahrzeuge, die mit oftmals improvisierten Mitteln für SOF-Einsätze optimiert wurden und im Erscheinungsbild daher den „Technicals“ der Gegenseite gleichen. Ebenfalls werden hier keine weiteren Spezialfahrzeuge wie etwa Sturmleiterwagen für Zugriffsoperationen behandelt.

Vor allem aus Gewicht und Luftverladbarkeit ergeben sich auch die Kategorisierungen der hier betrachteten SOF-Fahrzeuge. Dieser Artikel unterteilt sie – ausgehend vom Leergewicht – in ultraleichte, leichte, mittlere und schwere Klasse.

 

Die Ultralleicht-Klasse: Zweiräder und ATV bis 500 Kg

Im Segment der ultraleichten SOF-Fahrzeuge finden sich zunächst Motorräder. Prominente Beispiele sind etwa die Christini AWD 450, die Yamaha 450 WR Enduro oder die KTM 640 LSE. Auf dem Tag der Infanterie 2015 stellte das Quad Center Diederich zudem zwei leichte Elektro-Geländemaschinen vor: die Zero FX und die Zero MMX. Diese beschleunigen in nur vier Sekunden von Null auf Hundert und fahren äußerst leise. Ein neuer Ansatz sieht sogar klappbare Elektrofahrräder vor. Die rund 20 Kilo schweren Drahtesel lassen sich im Sprunggepäck mitführen. Ihr Elektromotor erleichtert dann dem Operator am Boden das Fortkommen erheblich.

Oft mit den im Erlebnissport verbreiteten und kleineren „Quads“ verwechselt, bieten „All Terrain Vehicles“ (ATV) höhere Zuladung, mehr Kraft und bessere Bewaffnungsmöglichkeiten als Zweiräder. Zudem lassen sie sich oft mit Anhängern versehen. Prominente Vertreter der 4x4-Klasse sind etwa der Kodiak 400 und der Grizzly 450 aus dem Hause Yamaha oder die Suzuki King 750 AXI 4x4. Der unter anderem beim deutschen Kommando Spezialkräfte Marine eingesetzte Polaris MRV 850 lässt sich wahlweise mit Raupenketten statt Rädern bestücken. Das 4x4-Fahrzeug bietet so auch in arktischen Umgebungen oder auf Sand ausgezeichnete Geländegängigkeit.

Das 4x4-ATV „Quad“ von General Dynamics European Land Systems hat bei einem Gesamtgewicht von 1.180 kg eine maximale Nutzlast von 650 kg. Ladeflächen vorne und hinten bieten Platz für Verpflegung, Wasser, Munition oder sogar zwei Krankentragen.

Bei dem Sand-X Special Operations Vehicle trägt eine unter dem Chassis sitzende Raupenkette zur ausgezeichneten Geländegängigkeit bei. Das Fahrzeug zeichnet sich weiterhin durch schnelle Beschleunigung und hohe Spitzengeschwindigkeiten aus.

 

Leichte taktische Geländefahrzeuge bis 1to

Leichte taktische Geländefahrzeuge wiegen leer bis zu einer Tonne. Sie verfügen meist über keinen oder nur geringen Schutz und bieten zwei bis vier Operators Platz. Mittlere Transporthubschrauber wie CH-53 oder CH-47 Chinook können meist zwei Fahrzeuge der leichten SOF-Fahrzeugklasse im Frachtraum und ggf. ein weiteres als Außenlast mitführen. Kleinere Transporthubschrauber wie der bei US SOCOM und US Marine Corps genutzte CV-22 „Osprey“ kann ein solches Fahrzeug im Frachtraum transportieren.

Ein herausragendes Beispiel für die leichte SOF-Fahrzeugklasse ist die Polaris MRZR-Familie. Die gibt es wahlweise als Zwei- oder Viersitzer (MRZR 2 und MRZR 4). Der MRZR wartet mit einem Leergewicht von 879 Kilogramm und einer Nutzlast von 680 Kilo auf.

Bereits seit 2013 hat das US SOCOM im Rahmen des Light Tactical All-Terrain Vehicle (LTATV)-Programmes MRZRs in Nutzung. Die leichten und hochmobilen Geländefahrzeuge werden durch den Polaris Prostar-900-Motor angetrieben und erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 96 km/h. Die MRZR-Fahrzeugfamilie lässt sich an verschiedene Einsatzszenarien anpassen. Zur Ausstattung gehören eine höhere Ladungskapazität, elektronische Servolenkung, Seilwinden, Überrollbügel, Lufttransport-Verzurrösen, Transportboxen oder Tarnlicht. MRZRs sind bereits in über 20 Nationen im Fuhrpark. Polaris hat jüngst eine neue Variante mit Turbodieselmotor präsentiert.

 

Mittelklasse: Moderne Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeuge bis 3,5 Tonnen

Die mittlere SOF-Fahrzeugklasse ist in Hubschraubern wie CH-47 und CH-53 luftverladbar, schnell und durchhaltefähig. Hier erfolgt derzeit ein Generationswechsel. Den haben die US-Spezialkräfte mit dem Projekt „Ground Mobility Vehicle 1.1“ eingeleitet. Dieses GMV1.1 löst die bis Anfang des Jahrzehntes in dieser Funktion genutzten SOF-HMMVE (High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicles, besser bekannt als „Hummer“) ab. Das GMV1.1 sollte leichter, kompakter und leistungsfähiger ausfallen.

Den Zuschlag erhielten letztlich General Dynamics Land Systems und Flyer mit dem Advanced Light Strike Vehicle (ALSV). Dabei handelt es sich um den Flyer-72, wobei sich die Ziffern auf die 72-Zoll-Fahrzeugbreite bezieht. Damit lässt sich das Fahrzeug im Frachtraum eines CH-47 oder einer C-130 transportieren. Weiterhin lässt sich der Flyer für den Transport von bis zu neun Operators konfigurieren. Innerhalb von einer Minute nach Verlassen des Luftfahrzeugs sind die „guns up“. Der Flyer-72 lässt sich – wie andere kleinere Flyer-Plattformen auch – mit ballistischem Schutz ausstatten.

Das Vorhaben GMV1.1 sowie die Suche der U.S. Infanterie nach einer aus einem „Ultra Light Combat Vehicle (ULCV)“, einer „Mobile Protected Firepower“ (MPF) und einem Light Reconaissance Vehicle (LRV) bestehenden Plattformfamilie brachten zahlreiche weitere Fahrzeuge hervor: den Phantom Badger von Boeing und MSUI Defense, den Commando Jeep von Hendrick Dynamics, den Vyper von Vyper Adams oder das S-ATV von Oshkosh Defense. Lockheed teamte sich mit Supacat und bietet das neue Light Reconaissance Vehicle 400 Mk2 an. Und schließlich begab sich auch Polaris mit seinem „Deployable Advanced Ground Off-road (DAGOR) ins Rennen.

In derselben Liga spielen weitere europäische Fahrzeuge wie der Acmat ALTV FS oder das wiederum von General Dynamics European Land Systems stammende Air Transportable Tactical Vehicle (ATTV). Es entstand in Kooperation mit dem niederländischen Partner Defenture und greift auf das Know-How von der Rallye Paris-Dakar zurück. Ende 2014 löste es unter der Bezeichnung „Vector“ bei den niederländischen Korps Commando Troepen (KCT) den bis dahin genutzten Mercedes Benz 290 GD ab. Das ATTV lässt sich ebenfalls ohne weitere Vorbereitung in CH-47 oder CH-53 verladen. Es kann bis zu fünf Soldaten tragen. Ein Dieselmotor mit hohem Drehmoment und das mittig-zentrierte Tunnel-Fahrwerk bietet gute Mobilität.

Die Bundeswehr sucht gegenwärtig eine Ablösung für ihr 2003 eingeführtes und damit in der schnelllebigen Spezialkräftewelt schon als „Oldtimer“ geltendes Aufklärungs- und Gefechstfahrzeug „Serval“. Beim Serval – der mit gut 3,3 Tonnen leer schon in der gehobenen Mittelklasse spielt – handelt es sich um eine von Rheinmetall auf Basis eines Mercedes-Benz Wolf 270 aufgebaute Plattform. Ähnlich konzipierte Fahrzeuge dienen etwa in der Schweiz als „Leichtes Aufklärungs- und Unterstützungsfahrzeug (LAUF, ebenfalls von Rheinmetall ausgeliefert) und beim Österreichischen Bundesheer als „Sandviper“. Letzterer baut freilich auf einem Puch G 290 GD auf.

Mercedes Benz stellte auf der DSEI 2014 sein Long Range Patrol Vehicle (LRPV) vor. Im Gegensatz zum Serval handelt es sich nicht um ein 4x4, sondern um ein 6x6-Fahrzeug. Es soll beispielsweise in Australien und Schweden im Einsatz sein. Die Schwaben stellten auf der Eurosatory 2016 zudem das neue modular schützbare 4x4 Multi Role Vehicle auf dem Chassis des LAPV 6.1 vor. Rheinmetall selber blieb auch nicht untätig. So bietet das Systemhaus ein Aufklärungs- und Gefechtsfahrzeug auf dem Fahrwerk des AMPV an.

 

Schwere Klasse: Transporter bis 8 Tonnen

Die schwere SOF-Fahrzeugklasse wiegt leer bis zu acht Tonnen. Hiervon lässt sich nur noch ein Fahrzeug im Frachtraum eines CH-47 oder CH-53 transportieren. Diese Fahrzeugklasse ist auf längere Verweildauer im Operationsgebiet ausgelegt, bietet meist bereits höheren integrierten Grundschutz und eignet sich für eine „Mutterschiff-Rolle“.

Krauss-Maffei Wegmann engagiert sich ebenfalls in diesem Segment. Das unter zwei Meter breite „Special Operations Vehicle (SOV)“ ist nach extrem kurzer Vorbereitungszeit von zwei Minuten in einer CH-47 oder CH-53 luftverladbar. Dabei bleiben die Waffen lafettiert. Die 4x4-Plattform bietet integrierten ballistischen und Minenschutz. Das modulare Design erlaubt weitere Fahrzeugkonfigurationen, etwa als geschützter Mannschaftstransporter, gepanzerter Pick-Up oder gepanzertes Lastfahrzeug. Das KMW SOV zeichnet sich weiterhin durch einfache Technik und umfangreiche Bewaffnungsmöglichkeiten aus. Das Bremach-Fahrgestell trägt zur hohen Mobilität auch in schwerem Gelände bei.

Supacat wiederum konnte seinen Special Forces High Mobility Transporter (HMT) Extenda erst jüngst bei den australischen und norwegischen Spezialkräften platzieren. Das Fahrzeug basiert auf den bereits bei australischen, britischen, dänischen und us-amerikanischen Streitkräften genutzten HMT-Fahrzeugen. Es bietet aber hinsichtlich des Schutzes und der Vielseitigkeit Verbesserungen. So lässt sich das HMT Extenda durch eine separate Achsenbaugruppe entweder in eine 4 x 4 oder eine 6 x 6-Konfiguration konvertieren. Modulare Ausstattungen für ballistischen und Minenschutz sowie diverse Zusatzausrüstung – etwa für ISTAR, Funk/Führung, Begleitschutz oder als Waffenträger – gewähren ein hohes Maß an Flexibilität.

 

Exkurs: der Antrieb – Sprit, Steckdose oder Stoff?

Elektromobilität ist zwar gegenwärtig bei weitem keine lapidare Technologie, dennoch kann sie gerade für SOF-Fahrzeuge einige deutliche operative Vorteile bringen. So erfolgt kaum Geräuschentwicklung, was sich insbesondere bei Aufklärungseinsätzen als vorteilhaft erweist. Der Elektromotor gibt seine Leistung nahezu verzugslos ab, weshalb Elektrofahrzeuge sehr schnelle Beschleunigungszeiten erreichen. Dagegen stellen Reichweite, Verbrauch und Aufladen für die Operationsplanung wiederum Herausforderungen dar. Hier scheinen kleinere Fahrzeuge deutlich im Vorteil zu sein.

Um Akkus für Elektrofahrzeuge, Funkgeräte oder Aufklärungsausstattung aufladen bzw. auch unabhängig von der Fahrzeugelektronik oder Motorkraft betreiben zu können, bieten sich weiterhin Brennstoffzellen an. Einer der Marktführer in dem militärischen Bereich ist die SFC Energy mit ihren Brennstoffzellen Jenny und Emily sowie weiteren Produkten.

Bereits 2011 stellten die Partner Quadcenter Diederich (u. a. Polaris-Behördenvertrieb), SFC Energy (Brennstoffzellen), Lindnerhof-Taktik (taktisches Beladekonzept) und Sunload (Solarzellen-Panele für zusätzliche Stromgewinnung) den Polaris Ranger EV - ein Fahrzeug der leichten SOF-Fahrzeugklasse - in einer taktischen Variante vor.

 

Ausblick

Die hier vorgestellten Fahrzeuge stellen nur eine kleine Auswahl der verfügbaren bzw. genutzten SOF-Fahrzeuge dar. Ihr Einsatzwert lässt die scherzhafte Weisheit „Besser schlecht gefahren als gut gelaufen“ als antiquiert erscheinen. Doch trotz moderner Technik bleiben Spezialkräfte auch in Zukunft auf Improvisationstalent angewiesen.

 

Autor:

OTL d. R. Dr. phil. Jan-Phillipp Weisswange, mob-beordert als stellv. BtlKdr HAufklTr, arbeitet als Referent Öffentlichkeitsarbeit in der Wehrtechnischen Industrie. Dieser Artikel gibt seine persönliche Meinung wieder. „JPW“ betreibt zudem den Strategie&Technik-Blog: www.strategie-technik.blogspot.de

Dieser Artikel erschien ursprünglich in der Ausgabe 10/2016 der Europäischen Sicherheit&Technik (www.esut.de) Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Mittler-Report Verlags.

 

Bilder

SOF-00: Fahrzeuge der Mercedes Benz G-Klasse finden sich in etlichen Spezialkräfte-Fuhrparks, hier beim norwegischen Forsvarets Spesialkommando (Foto: MoD Norwegen)

SOF-01: Light Tactical All Terrain Vehicles der U.S. Army (Polaris MZRZ) verlassen eine MH-47 (U.S. Army)

SOF-02: Geländegängige Motorräder dienen zur Aufklärung und Verbindung. Hier eine Yamaha 450 WR, Trockengewicht: 113 kg, Einzylinder-Viertaktmotor mit 449cm³ Hubraum und 30kW, Höchstgeschwindigkeit 155 km/h (MoD Norwegen)

SOF-03: FLIR Systems stellte jüngst sein in einer CV-22 luftverladbares Light Tactical Vehicle LTV-X vor, das hier die Sensorplattform Tac-FLIR 280-HD und den neuen Aufklärungsradar Ranger R6SS auf einem ausfahrbaren Mast trägt (Foto: FLIR)

SOF-04: 6x6-Fahrzeuge wie etwa der Polaris Sportsman (hier in norwegischen Diensten) bieten bei einem Eigengewicht von rund 500 Kilo eine etwa ebenso hohe Zuladung (MoD Norwegen)

SOF-05: Zwei Sandviper des österreichischen Bundesheeres in einer C-130 (Bundesheer)

SOF-06: Konzept für den Serval-Nachfolger von Rheinmetall (Rheinmetall)

SOF-07: Premiere des Supacat LRV400 Mk2 auf der DSEI 2015 (Jan-P. Weisswange)

SOF-08: Oshkosh Special Purpose-All Terrain Vehicle (S-ATV) (Oshkosh Defense)

SOF-09: KMW Special Operations Vehicle (KMW)

SOF-K1: ((zu Exkurs Elektromobilität)): Polaris Ranger EV in der ES&T-Probefahrt (Jan-P. Weisswange)

SOF-K2 ((zu Exkurs Elektromobilität): Die ZeroFX fährt mit Elektromotor (Jan-P. Weisswange)

Der Personalwerbetrupp stellt vor

Das Kommando Spezialkräfte

 

Das Kommando Spezialkräfte – kurz KSK – ist im baden-württembergischen Calw, ca. 30 km südwestlich von Stuttgart, stationiert. Das KSK wurde 1996 zur weltweiten Durchführung von Spezialeinsätzen aufgestellt.

 

Es gliedert sich in den Stab, die Einsatzkräfte, den Unterstützungsbereich, Bereich Weiterentwicklung und den Bereich Ausbildung. Die Einsatzkräfte sind das Herzstück des KSK, sie sind in 4 Kommandokompanien und eine Spezialkommandokompanie gegliedert.

Jede Kommandokompanie besteht aus 5 Zügen, die jeweils für einen Einsatzraum (Land, Wasser, Luft, Gebirge) ausgebildet sind. Die Spezialkommandokompanie gehört zu dem Bereich Kampfunterstützung welche im Schwerpunkt die Kommandokompanien mit Schlüsselpersonal, (Spezialaufklärung, Luftunterstützung, Kampfmittelräumung und K9 /Hunde) unterstützt.

Diese können bei Bedarf weltweit Spezialkräfteoperationen durchführen.

 

Jeder Kommandotrupp besteht aus vier Kommando-feldwebeln. Jeder hat eine von vier besonderen Fertigkeiten als Waffen- u. Taktikspezialist, Spezialist für Pionierwesen, Sanitätsspezialist oder Spezialist für Fernmelde- und Informationstechnik. Ihre Aufträge führen sie stets gemeinsam durch – im TEAM.

 

 

Aufgaben des KSK

 

Zu den besonderen Aufgaben gehören u.a.:

 

• Retten und Befreien aus Geiselsituationen

und Gefangenschaft

• Festsetzen von Zielpersonen

• Schutz von Personen und Einrichtungen in besonderen Situationen

• Gewinnen von Schlüsselinformationen in

Krisen- und Konfliktgebieten

• Kampfeinsätze gegen Hochwertziele

• Abwehr von terroristischer Bedrohung

• Zusammenarbeit und Ausbildungsunterstützung in Aufnahmestaaten

 

 

Anforderungen an den Kommandosoldaten

 

• körperlich leistungsfähig

• teamfähig

• lernwillig

• psychisch belastbar und willensstark

• stresstabil

• verantwortungsbewusst und verschwiegen

• in geordneten sozialen Verhältnissen lebend

 

 

Bewerbungsvoraussetzungen

 

Allgemein:

• deutsche Staatsangehörigkeit

• keine Vorstrafen

• charakterlich, körperlich und geistig geeignet

• fallschirmsprungtauglich und fallschirmsprungwillig

• uneingeschränkt außendienstfähig

 

Offiziere, Unteroffiziere m.P und Unteroffiziere o.P.:

• Offiziere bis 30 Jahre; UmP bis 32 Jahre und UoP bis 28 Jahre

 

Zivile Bewerber und Mannschaften:

• Alter 17 bis 27 Jahre

• Realschulabschluss bzw. gleichwertiger Bildungsstand

oder

• Hauptschulabschluss und abgeschlossene Berufsausbildung

 

 

Ihre Chance

 

Wir bieten

• eine der interessantesten, vielseitigsten und professionellsten Ausbildungen, die die Bundeswehr zu bieten hat

• Zusammenarbeit mit international bekannten Spezialeinheiten und Polizeikräften

(US Special Forces, SAS, GSG 9 und vielen anderen)

• modernste Ausbildungseinrichtungen

• Ausbildungs- und Übungsphasen im Ausland

• Professionalität auf hohem internationalen Niveau

• modernste Bewaffnung und Ausrüstung

• verkürzte Beförderungszeiten

• Kommandozulage

• Prämiensystem

 

 

Auswahlverfahren KSK

 

Eignungsfeststellungsverfahren Teil I (1 Woche)

• Computer Assisted Testing (CAT) und Psychologische Auswahltests

• Überprüfen der körperlichen Leistungsfähigkeit

- Physical Fitness Test (mind. 3 Punkte pro Einzeldisziplin, mind. 20 Punkte gesamt);

- 5 Klimmzüge im Ristgriff

- 500 m Schwimmen in max. 15 min

- Überwinden der Hindernisbahn (Feldanzug, Helm) in max. 1:40 min

- Fallschirmsprungturm

(diese oben genannten Anforderungen sind Mindestleistungen die der Bewerber erfüllen muss)

 

10-wöchiges Vorbereitungsprogramm zur Vorbereitung auf den zweiten Teil

 

Eignungsfeststellungsverfahren Teil II (8 Tage)

• 7 km Geländelauf in Feldanzug mit 20 kg Gepäck in max. 52:00 min

• Überleben und Durchschlagen unter extremen Belastungen (1 Woche)

 

SERE / CAC Lehrgang (3 Wochen)

• davor Kommandogrundlagenausbildung (8 Wochen)

 

Nach erfolgreichem Bestehen des gesamten Auswahlverfahrens erfolgt die Versetzung zum KSK.

 

 

Ihr Weg ins KSK

Für zivile Bewerber und Mannschaften:

 

• Teilnahme an der Eignungsfeststellung für die Feldwebellaufbahn in einem Zentrum für Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr

• Einstellung als Kommandofeldwebelanwärter am „Ausbildungszentrum spezielle Operationen“ in Pfullendorf. (01.01., 01.04., 01.07. und 01.10. jeden Jahres)

• 36-monatige Ausbildung zum Kommandofeldwebelanwärter / Fallschirmjägerfeldwebelanwärter.

• Dabei: Teilnahme am Auswahlverfahren KSK

• Bei bestehen Auswahlverfahren: Versetzung ins KSK und Beginn der Kommandoausbildung

• Bei Nichtbestehen: Einsatz als Fallschirmjäger-feldwebel in der Division für Schnelle Kräfte

 

 

Basisausbildung

zum Kommandosoldaten

 

• Dauer: 2 Jahre

• Ort: Ausbildungs- und Versuchszentrum KSK in Calw, Truppenschulen des Heeres, Spezialverbände und Ausbildungseinrichtungen anderer Spezialkräfte im In- und Ausland

• Ausbildung in Kommandokampf und Kommandokampftaktiken

• Fallschirmspringen, Nahkampf, Reaktionsschießen, Sprengen, Ausbildung an ATV´s, Sturmbooten, Ski-Doo`s etc.

• Spezielle Sanitätsausbildung

• Überleben in extremen Klimazonen:

Wüste, Dschungel, Arktis

• Spezialisierung auf eine Verbringungsart in einem unserer Spezialzüge (Land, Luft, Wasser, Hochgebirge)

• individuelle Spezialisierung als:

Waffen-, Spreng-, Fernmelde- oder Sanitätsspezialist

 

 

Bewerbung

 

Offiziere, Unteroffiziere m.P., Unteroffiziere o.P:

• Bewerbungsbogen beim KSK anfordern oder Mustervordruck aus GAIP 34-06-00

• Eine Ausfertigung über den nächsten Disziplinarvorgesetzten an Ihre personalbearbeitende Stelle, zweite Ausfertigung an das KSK – Leiter Personalwerbung.

 

 

Link für aktive Soldaten:

http://160.9.25.65/gaip4/index.php?title=GAIP_BAPersBw_Abt_IV_-_KeNr_34-06-00

 

 

Link für zivile Bewerber/Bundeswehr Beratungsstellenfinder:

http://mil.bundeswehr-karriere.de/portal/a/milkarriere/!ut/p/c4/DcexDYAwDATAWVgg7unYAmiQjV7BSgjRE8j6oKtOVvkVfT1q86tollmW3Ufr4fSclHQQwQ_C0EF7SgwVvDcDtf2TmqbhA9CbB5Q!/